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Übersicht
Geschichte
Die "Keschde"
gehören an der Südlichen Weinstrasse zum Herbst, genauso wie der
neue Wein und Zwiebelkuchen. In den ersten Oktoberwochen dreht sich
in den Hochburgen im Trifelsland, in Hauenstein und rund um das
Hambacher Schloss alles um die Kastanie. Schon die Römer, die bis an
den Rhein kamen haben irgendwann einmal bemerkt, das es in der Pfalz
nicht so kalt ist wie in anderen Regionen und haben neben dem Wein
auch die Edelkastanie angesiedelt. Sie sollten recht behalten , denn
noch heut wachsen an den sonnigen Hängen der Hardt und in vielen
geschützten Tälern Kastanienwälder. Das Feriendorf Eichwald grenzt
ebenfalls an einen großen Kastanienwald wo mühelos Esskastanien
gesammelt werden können.
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Sammelvorschriften
Das Landeswaldgesetz von 2001
schreibt für das Sammeln vonWaldfrüchten folgendes vor: Pilze,Beeren
sowie Kräuter bis zur Menge eines Handstraußes dürfen nur für den
persönlichen Bedarf gesammelt werden.
Gewerbliches Sammeln von
Walderzeugnissen ist nur mit besonderer Erlaubnis der
Waldbesitzenden gestattatet.
Es ist somit festzustellen, dass auch
das Sammeln von Kastanien im Wald nicht uneingeschränkt erlaubt ist.
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Feste:
Keschdefescht Annweiler (nur 7
Kilometer entfernt vom Feriendorf Eichwald)
6.10.2007-7.10.2007
Ein Fest rund um die Esskastanie. Es
gibt geröstete Kastanien, Kastanienhonig, Kastanienlikör, Produkte
aus Kastanienholz, Kastaniensaumagen, Kastanienwurst,
Kastanienessig, Kastanienbier....und vieles mehr.
Wein- und Kastanienmarkt
Ludwigshöhe (Edenkoben - nur 30 Kilometer entfernt vom
Feriendorf Eichwald)
13.10.2007-14.10.2007
im Wald unterhalb von Schloss Villa
Ludwigshöhe, mit kulinarischen Angeboten rund um die Ess-Kastanie
und Weinverkostung. Sa. 13-16.30, So. 11-16.30 Uhr.
Wein- und
Keschdewanderung Wilgartswiesen (Wanderungen)
Veranstalter:
Pfälzerwaldverein
Beginn
der Veranstaltung:
Sonntag, 14.10.2007 09:40 Uhr
Kastanienwoche
Urlaubsregion Hauenstein (nur 8 Kilometer entfernt vom
Feriendorf Eichwald)
15.10.2007-21.10.2007
Herbstzeit, Wanderzeit,
Kastanienzeit Feines aus der Pfälzer Kastanie Rund um den
südpfälzischen Luftkurort Hauenstein findet von Montag 15. bis
Sonntag, 21. Oktober, die traditionelle Kastanienwoche statt. Für
die Keschdesammler ist jeweils morgens um 9. 30 Uhr Treffpunkt am
Rathaus in Hauenstein. Unter sachkundiger Führung werden die Gäste
zu den Plätzen begleitet, an welchen die Keschde, wie die
Esskastanien im Volksmund heißt, gelesen werden. Der Abschluss
erfolgt jeweils in einem rustikalen Lokal oder einer urgemütlichen
Wanderhütte. Dort werden die “Keschde” zubereitet und der Neue Wein
darf hierbei nicht fehlen. Übrigens wussten Sie, dass die Kastanie
neben Stärke und hochwertigem, pflanzlichem Eiweiß vor allem
Kohlehydrate enthält und arm an Fett und Kalorien ist. Gelegenheit
einmal Keschebrot und Keschdeworscht zu testen hat man an einem
gemütlichen Pfälzerabend. Ein weiteres Highlight ist der Besuch beim
heimischen Metzger, welcher über die gesamte Woche ein „Keschde-Programm“
anbietet. Er zeigt auch wie ein richtiger „Pfälzer Keschdesaumagen“
zubereite, gefüllt und anschließend gedämpft wird. Beim Verzehren
rundet dabei ein kühles Keschdebier den lukullischen Hochgenuss ab.
Das Hauensteiner Weinlädchen, dass seit Jahren ein echter Geheimtipp
in Bezug auf die Kastanie ist, steht selbstverständlich mit auf dem
Programm. Gastronomie, Metzger und Bäcker sind während des gesamten
Oktobers voll auf die “Keschde” eingestellt. Es werden kulinarische
Kreationen und Leckereien von und mit Kastanien gereicht. Angefangen
vom Keschdesaumagen, Keschdewurst, Keschdelikör, Keschdegeist über
Keschdebrot, Kuchen, Gebäck oder Nudeln bis hin zum Keschdesekt und
Bier. Die Produkte und Gerichte sind über den gesamten Oktober bis
hin zum 15. November zu erhalten. Zum Finale der Keschdewoche steht
am Sonntag, 21. Oktober, der Hauensteiner Keschdemarkt auf dem
Programm. Hier wird die gesamte Palette "Rund um die Keschde" zur
Verköstigung angeboten. Aber auch Leckereien wie geräucherte
Forellen, Käse, Flammkuchen, Schnäpse, Öle und Honig, Obst und
Gemüse, sind zu testen. Wie bereits im Vorjahr wird wieder der
Schweizer Kastanienexperte, Jürgen Soldan, auf dem Markt seine
Kastanien in großen Pfannen überm Holzfeuer braten.
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Rezepte
Zubereitung von
Kastanien:
Als einzige Nüsse enthalten Kastanien nur wenig Fette und Öle.
Deshalb werden sie, wie Kartoffeln, beim Garen trocken, zerfallen
und lassen sich daher leicht pürieren.
Bevorzugte Gar-Methoden für Kastanien sind Kochen oder Rösten. Zur
Vorbereitung schneidet man die glänzende braune Schale mit einem
scharfen Messer über Kreuz ein, vor allem, wenn man Kastanien im
Backofen, auf der Herdplatte oder über der Glut rösten möchte.
Andernfalls sind die Früchte zu großen Sprüngen in der Lage...
Gekocht werden sie pur verzehrt oder in Suppen verwendet. Doch kann
man die süßlichen Früchte auch kandieren oder pürieren und mit
Zucker sowie Sahne zu Süßspeisen verarbeiten.
Getrocknete Kastanien werden aber auch fein zermahlen und für
Backwerk oder Nudelfüllungen verwendet.
Rezepte
gibts hier
und hier
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Kastanienorte:
Hauenstein (Pfalz)
Annweiler (Pfalz)
Kastanienbaum
(Luzern)
Kästenen (Appenzell)
Kestenberg (Aargau)
Castagnola (Tessin)
Chataigneriaz (Vaud/Waadtland)
Bergell (Schweiz)
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Nährwerte:
Der Nährwert der
Kastanie ähnelt dem des naturbelassenen Getreidekorns. Die Frucht
enthält neben Stärke und hochwertigem pflanzlichem Eiweiß vor allem
hochwertige Kohlehydrate und ist arm an Fett und Kalorien.
100g essbereite
Kastanien enthalten: 200 Kalorien/800 kj
| Eiweiß |
12g |
| Fett |
3g |
|
Kohlehydrate |
85g |
| Kalzium
|
36mg |
|
Beta-Carotin
|
168mg |
|
Ascorbinsäure (Vitamin C) |
65mg |
| Vitamin B1 |
0,29mg |
| Kalium
|
707mg |
| Magnesium
|
1,3g
|
| Eisen
|
45mg
|
| Kupfer
|
0,23mg
|
| Phosphor |
87mg |
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Gedichte:
Tu pio castagno, solo
tu, lá assai doni al villano che non ha che il sole.
(Nur du, edle Kastanie, schenkst genug dem Bauern, der nichts hat
als die Sonne.)
Gedicht im
Buch Suleika
An vollen Büschelzweigen,
Geliebte, sieh nur hin!
Laß dir die Früchte zeigen,
Umschalet stachlig grün.
Sie hängen längst geballet,
Still, unbekannt mit sich;
Ein Ast, der schaukelnd wallet
Wiegt sich geduldiglich.
Doch immer ruft von innen
Und schwillt der braune Kern:
Er möchte Luft gewinnen
Und säh die Sonne gern.
Die Schale platzt, und wieder
Macht er sich freudig los:
So fallen meine Lieder
gehäuft in deinen Schoß.
(Johann Wolfgang von Goethe, 24.Sept.1815)
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Pfälzer Keschdeweg
Der "Pälzer Keschdeweg" führt den Wanderer überwiegend unter
Kastanienbäumen von Hauenstein über Annweiler nach Edenkoben.
Hauenstein liegt mitten im Pfälzerwald. Vorbei an rotbraun gefärbten
Bundsandsteinfelsen wandert man ins Trifelsland, das Land der Burgen
und Ruinen. Der Haardtrand gibt dann den Blick frei auf die sanfte
Hügellandschaft der Südlichen Weinstrasse bei Edenkoben, dem Garten
Eden der Pfalz, und in die Rheinebene.
Bereits im späten Frühjahr bieten die Kastanien Besonderes: Mitte
Junistehen die Bäume in voller Blüte, die einen betörenden Duft auf
die mediterrane, vom Klima begünstigte Landschaft verströmt.
Viele Gastronomen bieten im Herbst zahlreiche Gerichte rund um die
Kastanie an, von der "Pälzer Keschdebrieh" (Kastaniensuppe) über den
"Keschdesaumagen" bis hin zum Kastanieneis und -kuchen. Einfach
lecker!
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Bücher:
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Schauen und Staunen 7.
So kommt die Kastanie auf
den Baum. Pflanzen und Tiere im Jahreslauf.
Foto-Sachgeschichten
(Gebundene Ausgabe)
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Das kleine Kastanien-Kochbuch
(Gebundene Ausgabe)
von Karin Longariva
bei amazon.de bestellen
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 |
Der
Kastanienbaum (Gebundene Ausgabe)
von Heiderose und Andreas Fischer-Nagel (Autoren)
bei amazon.de bestellen |
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Heilwirkung:
Esskastanien haben einen
Basenüberschuss und wirken deshalb gut bei übersäuertem Magen.
Das Vitamin B wirkt beruhigend auf
das Nervensystem. Ein paar Maroni vor dem Schlafengehen helfen bei
Einschlafproblemen.
100g Kastanien enthalten die gleiche Menge Vitamin C wie 100g
Zitronen.
Laut Hildegard von Bingen soll der
regelmäßige Genuss von Kastanien vorbeugen gegen Krampfadern.
Bei Hautkrankheiten empfiehlt
die Heilige: Kastanienmehl mit Wasser zu einem dicken Brei zu
verrühren und auf die erkrankte Stelle aufzutragen.
Gegen Leberbeschwerden sollen
in Honig eingelegte Früchte helfen.
Bei Milzleiden helfen
geröstete Kastanien, wie sie am Maronenstand verkauft werden.
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Kastanien-Honig:
Aus dem Nektar der duftenden
Blütenstände der Edelkastanie und aus ihrem Honigtau bereiten Bienen
einen dunklen, wohlschmeckenden Honig. Dieser besitzt ein kräftiges
herbes Aroma und ist reich an Fermenten. Durch den hohen
Fruchtzuckergehalt bleibt er lange Zeit flüssig. Edelkastanienhonig
kann bei uns nur in einigen Gegenden der Pfalz geerntet werden. Es
ist einer der aromatischsten Blütenhonige, der aber nicht von allen
Honigessern akzeptiert wird. Er hat ein sehr kräftiges Aroma der
Esskastanie, mit einem etwas leicht bitterem Nachgeschmack. Nach
bisherigen Erfahrung gehen die Meinungen der Honigliebhaber bei
keinem Honig so auseinander wie beim Edelkastanienhonig. Für die
einen ist es der beste Honig der Welt, die anderen lehnen ihn wegen
seines Geschmacks rundweg ab. Seine Konsistenz ist cremig.
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Sprachen:
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Castagno da frutta |
Italienisch |
| Castano
|
Farbgebung |
| Castanea
sativa |
Lateinisch |
| Chataigne |
französisch |
| Edelkastanie
|
Deutsch |
| Esskastanie |
Deutsch |
| Kastanie |
Deutsch |
| Marone
|
Deutsch |
| Käschde |
pfälzisch |
| Keschde |
pfälzisch |
| Marron |
französisch |
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Kurioses:
Schon
Goethe, der ja ab und zu in Heidelberg weilte, war ein großer
Liebhaber der Esskastanien. Eberhard Schöll fand in alten Büchern
interessante Einzelheiten dazu. Goethes Mutter schickte ihm jeden
Herbst aus dem Taunus ein Paket mit Kastanien. Als sie gestorben
war, übernahm die Hauswirtin seines Sohnes August, der in dieser
Zeit in Heidelberg studierte, dieses Amt. Am 5.Oktober 1814 schrieb
Goethe aus Heidelberg an Christiane: „Bemerken muß ich hier, daß
Kastanien schon angeschafft worden und... mit nach Hause geführt
werden.“ In einem Gedicht in seinem Buch „Suleika“
verewigte Goethe die schmackhaften Früchte im Herbst 1813 in
Heidelberg.
Die
älteste Kastanie der Pfalz steht in Dannenfels am Donnersberg.


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Informationen zur Kastanie:
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Kastanie:
Castanea sativa
lat.: castanea
griech.: kastaneia
= Frucht des Kastanienbaums =
kastanon
1: Edelkastanie = flache, runde bis ovale, essbare
Frucht der Edelkastanie, die von einer braunen Schale
umgeben ist u. mit zwei bis drei anderen in einer
bräunlichen Hülle mit vielen langen Stacheln reift.
2: Rosskastanie = rundliche Frucht der Rosskastanie,
die von einer harten, braunen, glänzenden Schale umgeben ist
und in einer festen, grünen, stacheligen Hülle reift.
Die Edelkastanie wurde
Jahrhunderte lang angebaut und für Suppen, Getreidegerichte,
Eintöpfe und Füllungen verwendet. Es ist die einzige Nuss,
die als Gemüse behandelt wird - weil sie mehr Stärke und
weniger Öl als andere Nüsse enthält, kann sie anders gekocht
werden. Man kann sie ganz geröstet, gekocht oder gedämpft
essen. Geschält werden sie als "Marrons glaces" in Zucker
oder Sirup eingelegt; gehackt werden sie in Füllungen
gegeben oder mit Gemüse kombiniert; sie werden auch zu Mehl
vermahlen.
Wasserkastanien:
Es gibt zwei Arten von Wasserkastanien: Trapa natans haben
einen essbaren Samen und sind mehlig; in Mitteluropa und
Asien isst man sie roh, geröstet oder gekocht. Eine
verwandte Wasserpflanze, LING (Trapa bicornis) wächst in
China, Korea und Japan. Die Samen werden gekocht gegessen
oder in Honig und Zucker eingelegt oder zu Mehl verarbeitet.
Die chinesische Wasserkastanie oder PI TSI ist ein
Knollengewächs aus Ostindien, China und Japan. Man isst sie
in Scheiben geschnitten als Gemüse; außerhalb Asiens kauft
man sie gewöhnlich in Dosen.
Sonstige Informationen:
Die Edelkastanie, Castanea
sativa Fagaceae (chataignier, Kästenbaum, süßer
Kastanienbaum, zahmer Kastanienbaum). Die Gattung Castanea
umfasst 13 Arten, davon ist nur die C. sativa in Europa
heimisch. Die Edelkastanie gehört zur Familie der
Buchengewächse. Der Baum wird bis zu 35 m hoch. Die älter
werdende Rinde des Stammes bildet tiefe Risse. Die Blätter
sind lanzettlich, gestielt, am Rande stachelig gezähnt. Die
Blüten stehen in kleinen Knäueln vereinigt in großer Anzahl
auf Spindeln. Blütezeit: Mai bis Juni. Die ersten Früchte
können zwischen dem 15. und 20. Standjahr erwartet werden.
Je 2 bis 3 von einer braunen Schale umgebene Früchte sind in
eine vierklappige, außen mit weichen Stacheln besetzte Hülle
eingeschlossen. Fruchtreife ist im Oktober. Man findet die
Edelkastanie in großen Beständen im Mittelmeergebiet, im
Tessin und im Bergell in Wäldern. Nördlich der Alpen kommt
sie nur vereinzelt in Gebieten mit besonders mildem Klima
vor zum Beispiel im Pfälzer Wald. Zur Verwendung kommen die
braunen Früchte, die wir als Kastanien oder Maronen kennen.
Obwohl Kastanien roh genossen werden könnten, kommt ihr
voller Geschmack erst durch Rösten oder Kochen zum Ausdruck.
Die Kastanie gehörte noch im letzten Jahrhundert im Kanton
Tessin wie Hirse und Mais zu den Grundnahrungsmitteln. Die
Früchte wurden - mit einem Einschnitt versehen, im Wasser
gekocht, oder zu Mehl verarbeitet, als Suppe gegessen. In
den kulturgeschichtlichen Bücher werden unter den Berufen
die Kastanienbrater - marronai - aus der mittleren Leventina
und dem Bleniotal angeführt. Aus anderen Überlieferungen ist
bekannt, dass auch in den Tälern des Sottoceneri und im
nordwestlichen Luganese Männer als Marronibrater von
November bis vor Ostern in die Deutschschweiz, nach Mailand,
Florenz und vornehmlich nach Paris auswanderten und damit
den Unterhalt für ihre Familie verdienten. Die Früchte
wurden von ihren Frauen und Kindern quasi vor der Haustüre
aufgelesen. Die Tessiner Küche kennt verschiedene Arten der
Verwendung von Kastanien nebst den Castagne arrostite, den
gebratenen Maroni. Sehr verbreitet sind die gekochten
Kastanien, die in leicht gesalzenem Wasser zubereitet
werden. Sie werden warm gegessen, die Schale wird
aufgebissen, die Frucht herausgesogen. Im Maggiatal wird aus
Kastanien- und Roggenmehl ein Kastanienfladen (Fiascia o
castagnaccio), dessen Teig man gebacken auftischt,
hergestellt. Kastanienmehl, in eine Backform auf die
Herdglut gestellt, ergibt Biskuits. Die Altvordern der Täler
machen aus Kastanienmehl, welches in kochendes Salzwasser
eingerührt wurde und dann dreißig Minuten auf dem Feuer
stehen blieb, einen Brei, den sie, zusammen mit Milch, aus
der Pfanne löffelten. Lecker ist eine mit Kastanienmehl
zubereitete Suppe, der man feingeschnittene, getrocknete
Steinpilze, Speckwürfelchen, in Butter geröstete
Brotbrösmeli und etwas Rahm beigibt.
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Zu den verschiedenen Sorten:
In der Praxis werden die eher kleinen "Kastanien" von den
großfrüchtigen "Maronen" unterschieden. Der eigentliche
Unterschied liegt aber nicht in der vorhandenen oder
ausgebliebenen Segmentierung (Aufteilung) der Samenkerne
innerhalb der braunen Hülle. Die meisten Maronen sind nicht
segmentiert: Die Segmentierung ist weitgehend vererbt.
Deshalb müssen Maronen durch Pfropfung vermehrt werden. Mit
der Edelkastanie nicht zu verwechseln ist die bei uns
winterharte Rosskastanie (Aesculus hippocastanum). Sie hat
handförmig zusammengesetzte Blätter. Die Früchte sind von
einer Hülle umschlossen deren Stacheln bedeuten weniger
stechen als jene der Edelkastanie (bei der Edelkastanie
braucht man dicke Handschuhe zum Entnehmen der Früchte aus
der stacheligen Schale, bei der Rosskastanie dagegen nicht).
Die Früchte der Rosskastanie sind ungenießbar und dienen
höchstens als Tierfutter.
(aus: Karl Stoll und Ulrich Gremminger,
Besondere
Obstarten,
1986, ISBN 3-8001-6186-9)
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